Gerd Engel - Kapitän, Autor und Verleger
 Gerd Engel - Kapitän, Autor und Verleger

Reise Reise II

Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es in den Nebenflüssen der Elbe
viele kleine Frachtsegler, die Obst und Gemüse, Getreide und Baumaterial gen
Hamburg segelten. Ohne Maschine gingen die Logger und Tjalken bei den großen
Ozeandampfern längsseits, um Ladung zu übernehmen. Ähnliches kenne ich aus
meiner Zeit in Hongkong, wo die Dschunken allesamt unter Segeln unterwegs
waren. Und ein vertrautes Bild aus meiner Kindheit: Ein Schiffer und ein Junge
segelten die gewundene Stör aufwärts bis in den Hafen von Wilster und der
Schiffer rauchte sogar seine Pfeife dabei. Nach dem Ersten Weltkrieg dann baute
man in den Küstenschiffen vermehrt Hilfsmotoren ein, entdeckte man die
wirtschaftlichen Vorteile und ließ Masten und Segel zu Hause. Im Winter; es
gab noch Frost und Eis, lagen die Schiffe auf.
Die Segler waren in vielen kleinen Vereinen organisiert und machten kleine Törns
mir ihren gut segelnden Schiffen. Wer nicht in einem Verein war, wurde
gemieden und Hilfsantriebe sah man selten.
Während der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts startete die Bootswelle,
will sagen, viele Käufer der Segelboote mit starken Maschinen lernten, unter
Motor unterwegs zu sein, in langen Gassen der schnell aufkommenden Marinas
 
freie Boxen anzusteuern oder auf langen Revieren ( Schlei, Elbe, Weser, Ems,
dänische Fahrwasser) den nächsten Hafen vor Einbruch der Dunkelheit
anzusteuern.